Donnerstag, 14. September 2017

Die weitere Entwicklung des Smartphones scheitert am Interface

We have one more thing - but it's not an interface! 

Auf der vorgestrigen Keynote-Veranstaltung in Kalifornien hat Apple uns gerade die "Zukunft des Smartphones" vorgestellt - jedenfalls so, wie Apple sich die Zukunft des Smartphones denkt. Ich dagegen denke, daß die Zukunft des Smartphones gerade eine Vollbremsung hingelegt hat. Warum denke ich das? Nun, wir haben gegenwärtig Smartphones, die von ihrer Rechenleistung, ihren Sensoren und ihrer Ausstattung her es problemlos mit jedem Supercomputer oder Spionage- und Abhöreinrichtungen oder sonstigem militärischen Hightech-Spielzeug der mittleren neunziger Jahre aufnehmen können. Meist sind sie sogar weitaus leistungsfähiger als diese. Das durchschnittliche Smartphone hat genauso viel Leistungsvermögen, wie die Supercomputer, mit denen die NASA 1969 zum Mond geflogen ist. Ein einzelnes iPad 2 entspricht in seiner Rechenleistung ungefähr dem, was der Apollo-Computer zu leisten imstande war. Jetzt könnte man ja sagen: Prima, beste Voraussetzungen also, um die Tür zum nächsten Kapitel der Smartphone-Revolution aufzustoßen. Meiner Meinung nach haben wir jedoch gerade gesehen, daß nichts dergleichen passiert.
Und das liegt am Benutzer-Interface. "Each revolutionary device is based on a revolutionary user interface!", sagte Steve Jobs 2007, als er das erste iPhone der Öffentlichkeit präsentierte:
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Als Beispiele nannte er den Desktop Computer, der damals als erster (1984) schwarz-weiß Würfelmac standardmäßig mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus auf die Menschheit losgelassen wurde. Sein nächstes Beispiel war der iPod, der mit seinem Clickwheel das Scrollen in Listen ermöglichte und erstmals die Einfachheit der Benutzung beim Durchblättern einer großen Musiksammlung auf den MP3-Player brachte. Als weiteres Beispiel sollte eben das damals neue iPhone 1 dienen, das nun durch Multi-Touch und dem graphischen Display die Leichtigkeit zurück in die Welt der Smartphones bringen wird. Jedes dieser Interfaces für sich gesehen hat auch sehr gut funktioniert. Nun ist es jedoch Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Wenn man die Leistungsreserven eines modernen Smartphones wirklich abrufen will, genügt es dazu nicht, mit seinen Wurstfingern auf einem 5 oder 6 Zoll großen Bildschirmchen herum zu grabbeln - sondern man müsste in der Tat über ein neues "Revolutionary Interface" nachdenken. Eines, daß sowohl den Anforderungen der hochmobilen Nutzung gerecht wird, als auch dem Nutzer ein vernünftiges Feedback für das bringt, was er gerade tut. Und dabei denke ich weniger an animierte Grinsekatzen und 2-Wort-Tweets, als eher an digitales Dokumentenmanagement, digitale Assistenten, fortschrittliche digitale Schlüssel (für Autos, Banking, Türen...) und intelligentes, digitales Diktat - welches mir direkt anbietet, in welcher meiner Ziel-Applikations ich den Text nachher brauche.
Ich für meinen Teil behelfe mir derzeit mit einer Kombination aus Smartwatch (die mir als zusätzliches Anzeige und Diktiergerät dient) und einem Bluetooth-inEar-Lautsprecher, der es mir ermöglicht, unterwegs - ohne das Handy aus der Tasche zu nehmen - Texte vorzubereiten (z.B. diesen BlogPost), E-Mails zu checken und zu beantworten, mir Faxe anzeigen zu lassen usw.
Das alles sind jedoch ehrlich gesagt Krücken, die nur das tatsächliche Manko der eingeschränkten mobilen Bedienbarkeit moderner Smartphones mäßig kaschieren können. Wenn ich mir den tatsächlichen Workflow auf einem Smartphone - oder sogar iPad - anschaue und diesen mit einem leistungsfähigen Desktop-Rechner mit mehreren Displays vergleiche, muss ich leider sagen, daß die Produktivität eines Desktop-Rechners - jedenfalls für textbasierte Arbeiten - um ein Vielfaches dem eines kleinen mobilen Gerätes überlegen ist. Da können die "mobile first"-Apologeten von Apple und anderen Firmen dutzende Male das Mantra des "Tablet is all the computer you ever need!" singen - für den Privatgebrauch mag das stimmen, für eine ernsthafte berufliche Nutzung ist dies leider keine Option.
Wenn ich alle Dateien, die ich durchschnittlich an einem Tag an meinem normalen Arbeitsplatz bearbeite, auf einem mobilen Gerät bearbeiten würde, bräuchte ich ungefähr die zweieinhalb-fache Zeit dafür. Und das liegt sicher nicht nur an der Rechenleistung der Geräte.

Beispiel ohne Wert: Mein Arbeitsplatz mit Touch- und Mausbedienung, drei Monitoren (der mittlere ist exklusiv als Anzeige für meine Netzwerk-Laufwerke) und der Möglichkeit, 5 Din A4-Seiten gleichzeitig in Originalgröße anzuzeigen...

Ich denke, jetzt sind die Interface-Designer bei Apple und anderswo gefragt: Der große Wurf steht noch aus! Mutig voran, zeigt der Industrie, was geht - Türe auf zum nächsten Jahrhundert! Das iPhone 11 braucht die Interface Revolution! Wie genau die aussehen wird, kann ich Euch leider nicht verraten. Ich persönlich könnte mir sehr gut ein Interface vorstellen, was ähnlich der "Google Glasses", nur in unauffälligerer Weise am Kopf befestigt wird, vielleicht Augenbewegungen registriert und dazu noch mit Spracheingaben gut, zuverlässig und intelligent umgehen kann. Es wird Zeit!

Mittwoch, 19. Juli 2017

#itcanwait


Normalerweise reblogge ich keine youtube-Videos oder setze mich hier mit Dingen auseinander, die nur peripher mit dem Gebiet "mobile Technik" zu tun haben. Bei diesem Video mache ich allerdings eine Ausnahme. Ein kürzlicher USA-Aufenthalt sowie zahlreiche Beobachtungen auf unseren eigenen Straßen haben mir in letzter Zeit gezeigt, daß bei vielen Menschen ein Bewußtsein für ihre eigene Leistungsfähigkeit und Risikoeinschätzung völlig fehlt. Leider.
Ich würde gerne mal eine Statistik sehen, wie viele Verkehrsunfälle weltweit direkt oder indirekt sich auf die unangepaßte Nutzung von "whatsapp" zurückführen lassen.

...you can't even text and walk, so why do you text and drive?

/Moralvortrag Ende



Qualcomm bläst zum Angriff!

Nachdem seit einiger Zeit ein Streit zwischen Apple und seinem Technologiezulieferer Qualcomm schwelt (zuletzt hatte Apple Qualcomm unlauterer Geschäftspraktiken bezichtigt), bläst man dort nun zum Frontalangriff: Mittels zweier Patentklagen will man die Einfuhr des Verkaufsschlagers "iPhone" in den wichtigen Markt Deutschland unterbinden. Qualcomm liefern nicht nur das zur Kommunikation essentielle Funkmodem an Apple, sondern laut eigener Darstellung auch verschiedene weitere Bauteile, die nicht unter der FRAND-Ägide des Patentrechts stehen. Ob das wirklich so ist, dürfte nun Teil der gerichtlichen Auseinandersetzung sein.

Quelle: Heise-News

Samstag, 28. Januar 2017

Samsung Galaxy S8 geleakt...

Ein Riesen-Theater wird bei den Smartphone-Giganten ja bekanntlich um die Geheimhaltung von Gerätedetails gemacht, bevor die offizielle Präsentation des Gerätes über die Bühne gegangen ist.
Gerade die Fa. Apple hat sich hier in der Vergangenheit durch skurile Praktiken und teilweise kreative Vertragsgestaltungen mit Zulieferern hervorgetan. Samsung hatte sich dieses Jahr - nach dem S7 - Note - Debakel im letzten Jahr - ebenfalls sehr gründlich vorbereitet.
Trotzdem sind - wie der Stern nun berichtet - fast alle technischen Details und sogar angepeilte Verkaufspreise beinahe zwei Monate vor der offiziellen Präsentation aus unbekannter Quelle bereits bekannt geworden.
Im Gegensatz zum Konkurrenten "IPhone 7" soll der Klinkenanschluß für Kopfhörer bleiben, die Bildschirmdiagonale im Top-Modell dafür auf riesige 6,2 Zoll aufgebohrt werden. Ob Samsung hier dem Trend zu digitalen Sprachassistenten mißtraut oder den riesigen Bildschirm für andere Bedienkonzepte nutzen will - oder, ob wieder einmal "größer einfach besser ist", werden wir am 28. März erfahren.

Quelle:
Nachrichten auf Stern.de

Der Präsident und das (Bug-)Smartphone

"Conservative" kommt ja bekanntlich von lat. "conservare : erhalten, bewahren". Ich persönlich verstehe darunter ja eher etwas in der Richtung "Nachhaltigkeit" bzw. "Alles Neue prüfet, das Beste behaltet!". Anderenorts wird konservativ allerdings auch oft mit "traditionalistisch" gleich gesetzt.
Donald Trump jedenfalls ist nun Präsident der USA und scheint wohl eher zu der letzteren Richtung zu gehören.
Wie der Stern berichtet, möchte Trump weiterhin nicht darauf verzichten, für private Telefonate - und darunter zählt er auch solche mit seinem engsten Berater- und Mitarbeiterstab - sein Uralt-Smartphone des Typs "Samsung Galaxy S3" zu verwenden. Für dieses Modell wurde bereits 2015 die Versorgung mit Updates eingestellt. Dementsprechend dürfte eine ganze Reihe ungepatchter Sicherheitslücken auf dem Gerät zu finden sein - sofern Trump dort keine alternative Firmware installiert hat.
Der Albtraum der US-Sicherheitsbehörden dürfte somit zugleich Traum und Ansporn vieler Geheimdienste und Hacker auf der ganzen Welt sein...

Quelle:
Nachrichten auf Stern.de

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Das Ende einer guten Idee

Tja, jetzt hatte ich mich gerade daran gewöhnt: Seit Mitte des Jahres trage ich eine Pebble Time Steel Smartwatch und hatte diese mittlerweile recht erfolgreich in meine "IT-Infrastruktur" eingebunden. Viele kleine Besonderheiten haben für mich ein Paket ausgemacht, das die Pebble anderen "Wearables" überlegen machte:

  • Die Timeline-Funktionalität, mit der man alle Kalendereinträge des Tages sowie alle verpaßten Nachrichten, Telefonate und Termine übersichtlich angezeigt bekam und durchblättern konnte,
  • die SmartLock-Funktionen, mit denen man berührungslos seinen PC oder sein Handy entsperren konnte,
  • die enorme Akku-Laufzeit von 10 Tagen, die ein ständiges Aufladen der Uhr überflüssig machte,
  • das ePaper-Display, welches sich auch im prallen Sonnenlicht problemlos ablesen läßt,
  • die fortschrittlichen Diktat-Funktionen, mit denen man per Sprachbefehl mal eben eine Nachricht beantworten oder ein Ereignis in die Timeline einfügen konnte...

Und so weiter... All das entsprang einer guten Idee, die im Jahre 2012 das (bis dahin) erfolgreichste Kickstarter-Unternehmen der Welt begründete.

Und nun heißt es auf der Webseite von Pebble: "As of December 7, 2016, Pebble is no longer operating as an independent entity and has shut down regular operations". Das Unternehmen wurde teilweise vom Activity-Tracker-Konkurrenten Fitbit aufgekauft; für gerade mal 40 Mio $ wurden Softwareentwickler und technisches Knowhow mitgenommen - die Hardware wurde ausdrücklich nicht übernommen.
Das bedeutet dann wohl, daß die Ära der business-orientierten, langlebigen ePaper-Smartwatches zu Ende geht, bevor sie richtig begonnen hat. Alle Konkurrenten konzentrieren sich momentan auf kurzlebige Consumer-Produkte, die jeden Tag aufgeladen werden müssen und nur bei gemäßigter Beleuchtung vernünftig abgelesen werden können. Darüber hinaus werden immer mehr Funktionen eines "Activity Trackers" eingebaut, anstatt einmal nach Funktionen zu suchen, die ein selbständiger Unternehmer gebrauchen könnte...
Ich kann nur hoffen, daß sich auf Dauer doch noch ein Interessent für die Pebble-Hardware findet. Vielleicht könnte ein opensource-Projekt zusammen mit einer neuen Kickstarter-Kampagne... na gut, da müßten wohl Weihnachten und Neujahr auf einen Tag fallen!


Quelle:
getpebble.com
Golem News

Samstag, 26. November 2016

Strahlende Schönheit?

Eine bemerkenswerte Botschaft hat Apple in Bezug auf das neue IPhone 7 auf seiner Webseite veröffentlicht: Da der Strahlungswert (SAR-Wert) ungefähr drei mal so hoch liegt wie bei den meisten Konkurrenzmodellen der gleichen Generation, wird empfohlen, beim Telefonieren auf ein Headset oder die Freisprechoption zurück zu greifen. Generell rät der Konzern, das Gerät nicht näher als 5 mm am Körper zu tragen. Das scheint vor allem bei der üblichen Aufbewahrung in der Hosentasche eher problematisch.

Während z.B. das neue Google Pixel auf einen SAR-Wert von 0,33, das LG G5 auf 0,59 und das Galaxy S7 auf 0,41 Watt/kg kommen, schafft das IPhone 7 stattliche 1,38 Watt/kg. Damit liegt der Wert zwar noch ein wenig unter dem empfohlenen Maximalwert der WHO von 2,0 Watt/kg, dieser ist allerdings auch als Maximalwert zu verstehen und man sollte sich eigentlich bemühen, sich technisch möglichst weit von diesem Wert zu entfernen. Samsung hatte z.B. beim S5 noch einen Wert von 0,56 erreicht und konnte diesen in neueren Generationen senken; die IPhones dagegen haben in jeder Generation seit dem Modell 1 ein wenig zugelegt. Das IPhone 5 kam z.B. noch mit einem SAR-Wert von 0,9 aus. Die magische Grenze von "1" haben die meisten Hersteller bisher versucht zu vermeiden.



Quellen:
Areamobile.de
Apple.com
RP  Rheinische Post