Montag, 16. April 2018

Das Offline Smartphone


Es gibt ja Menschen, die gönnen sich eine „Online“-Auszeit, gehen offline, um mal wieder zur Besinnung zu kommen, „herunter“ zu kommen, „sich selbst zu finden“ etc. 
Man könnte meinen, Samsung hätte an diese Menschen gedacht, es das Galaxy J2 vorgestellt wurde: Ein Smartphone ohne Online-Funktionen. Sämtliche Verbindungsmöglichkeiten - WLAN, LTE, Bluetooth… sind deaktiviert. Seltsame Idee, wurde uns doch 2007 der Urvater der heutigen Smartphones, das iPhone, als „Internet Communications Device“ vorgestellt. 
Hintergrund des J2 ist jedoch ein ganz anderer: Einmal im Jahr findet in Südkorea - dem einzigen Land, in dem das Gerät aktiv vermarktet wird - eine landesweite Aufnahmeprüfung für die Hochschulreife („Suneung“) statt. Ein Tag, auf den sich die Schüler monatelang vorbereiten, da er möglicherweise über das gesamte weitere Leben entscheidet. Es ist ein Tag nationalen Ausnahmezustandes. Für Teilnehmer dieser Prüfung soll das J2 gedacht sein, damit sie ja keine Ablenkungen durch neue Posts oder Comments, Chatanfragen, Mails oder anderes erhalten. Immerhin: Telefonieren kann man mit dem Gerät noch. 


Link: Golem News


Sonntag, 18. März 2018

Die Tastatur ohne Tasten



Ja, es ist wahr: Als ultramobile Arbeitsplattform benutze auch ich eine dieser "flachen Flundern", genannt Mac Book. Mit einem Gewicht knapp unter 900g und einer Bauhöhe von 1 cm gibt es in dieser Leistungsklasse momentan nichts Vergleichbares. Und wenn Apple "serious about thin" macht, ist jedes mechanische Bauteil im Weg: Mit der sog. "Butterfly II - Tastatur" wurde der Tastenhub und damit die nötige Bauhöhe bereits dramatisch eingekürzt. Ebenso das "Force Touch Trackpad", das ohne mechanischen Tastenhub "Klicks" über die Taptic Engine simuliert. Allerdings muß ich zugeben, daß gelegentlich einzelnen Tasten der Butterfly-Tastatur etwas "Zuwendung" benötigen und "entklemmt" werden müssen. Das Trackpad dagegen funktioniert störungsfrei.
Das ist nun offenbar auch Apple aufgefallen; jedenfalls läßt ein neues Patent vermuten, daß man die mechanische Tastatur möglicherweise vollständig abschaffen will. Über eine Touch-Oberfläche mit Taptic Engine soll der Benutzer nur noch das "Gefühl" des Tippens vermittelt bekommen, während er tatsächlich mit unterschiedlichem Druck auf eine mechanisch unbeweglich Glasfläche drückt. Die darunter liegende Taptic Engine vermittelt durch punktgenaue Vibration und Impulse die Illusion, daß man eine Taste gedrückt habe - während sich tatsächlich nichts mehr auf dieser Oberfläche bewegt. "Kraftsensitive Eingabestruktur für ein elektronisches Gerät“, nennt Apple diese Erfindung. Ich muß sagen, daß ich auf ein solches Gerät sehr gespannt bin - als Viel- und Schnellschreiber mit Ausbildung im 10-Finger-System liebe ich meine in Deutschland designte "Cherry Stream G230". Mechanisch gibt es aus meiner Sicht kaum etwas Schnelleres. Sollte es jedoch möglich sein, ein solches Haptik-Gefühl ohne Mechanik nachzubauen - warum nicht? Ein echtes, mechanisches Gaspedal vermißt im PKW heute auch niemand mehr...


Links:
Bericht auf Macwelt
Bericht bei Mobilegeeks

It - still - can wait...


Vor einiger Zeit hatte ich eine "Glosse" zu der Kampagne "#It can Wait" geschrieben (Link)... Offenbar ist das Thema ernst genug, als das "echte Wissenschaftler" sich damit befassen!
Wie HeiseNews jetzt berichtete, haben Forscher des Fraunhofer-Instituts empfohlen, die Smartphone-Interfaces größenmäßig an die Geschwindigkeit der Fortbewegung zu knüpfen - so daß schnell laufende Fußgänger größere Zeichen präsentiert bekommen als Nutzer, die sich gerade nicht fortbewegen... 
Kommentar eines Forenlesers bei HeiseNews: "Forscher sollten nicht künstlich in die Evolution eingreifen!" 😏

Link: HeiseNews

Donnerstag, 14. September 2017

Die weitere Entwicklung des Smartphones scheitert am Interface

We have one more thing - but it's not an interface! 

Auf der vorgestrigen Keynote-Veranstaltung in Kalifornien hat Apple uns gerade die "Zukunft des Smartphones" vorgestellt - jedenfalls so, wie Apple sich die Zukunft des Smartphones denkt. Ich dagegen denke, daß die Zukunft des Smartphones gerade eine Vollbremsung hingelegt hat. Warum denke ich das? Nun, wir haben gegenwärtig Smartphones, die von ihrer Rechenleistung, ihren Sensoren und ihrer Ausstattung her es problemlos mit jedem Supercomputer oder Spionage- und Abhöreinrichtungen oder sonstigem militärischen Hightech-Spielzeug der mittleren neunziger Jahre aufnehmen können. Meist sind sie sogar weitaus leistungsfähiger als diese. Das durchschnittliche Smartphone hat genauso viel Leistungsvermögen, wie die Supercomputer, mit denen die NASA 1969 zum Mond geflogen ist. Ein einzelnes iPad 2 entspricht in seiner Rechenleistung ungefähr dem, was der Apollo-Computer zu leisten imstande war. Jetzt könnte man ja sagen: Prima, beste Voraussetzungen also, um die Tür zum nächsten Kapitel der Smartphone-Revolution aufzustoßen. Meiner Meinung nach haben wir jedoch gerade gesehen, daß nichts dergleichen passiert.
Und das liegt am Benutzer-Interface. "Each revolutionary device is based on a revolutionary user interface!", sagte Steve Jobs 2007, als er das erste iPhone der Öffentlichkeit präsentierte:
Zeitstempel: 00:08:01

Als Beispiele nannte er den Desktop Computer, der damals als erster (1984) schwarz-weiß Würfelmac standardmäßig mit grafischer Benutzeroberfläche und Maus auf die Menschheit losgelassen wurde. Sein nächstes Beispiel war der iPod, der mit seinem Clickwheel das Scrollen in Listen ermöglichte und erstmals die Einfachheit der Benutzung beim Durchblättern einer großen Musiksammlung auf den MP3-Player brachte. Als weiteres Beispiel sollte eben das damals neue iPhone 1 dienen, das nun durch Multi-Touch und dem graphischen Display die Leichtigkeit zurück in die Welt der Smartphones bringen wird. Jedes dieser Interfaces für sich gesehen hat auch sehr gut funktioniert. Nun ist es jedoch Zeit, einen Schritt weiter zu gehen. Wenn man die Leistungsreserven eines modernen Smartphones wirklich abrufen will, genügt es dazu nicht, mit seinen Wurstfingern auf einem 5 oder 6 Zoll großen Bildschirmchen herum zu grabbeln - sondern man müsste in der Tat über ein neues "Revolutionary Interface" nachdenken. Eines, daß sowohl den Anforderungen der hochmobilen Nutzung gerecht wird, als auch dem Nutzer ein vernünftiges Feedback für das bringt, was er gerade tut. Und dabei denke ich weniger an animierte Grinsekatzen und 2-Wort-Tweets, als eher an digitales Dokumentenmanagement, digitale Assistenten, fortschrittliche digitale Schlüssel (für Autos, Banking, Türen...) und intelligentes, digitales Diktat - welches mir direkt anbietet, in welcher meiner Ziel-Applikations ich den Text nachher brauche.
Ich für meinen Teil behelfe mir derzeit mit einer Kombination aus Smartwatch (die mir als zusätzliches Anzeige und Diktiergerät dient) und einem Bluetooth-inEar-Lautsprecher, der es mir ermöglicht, unterwegs - ohne das Handy aus der Tasche zu nehmen - Texte vorzubereiten (z.B. diesen BlogPost), E-Mails zu checken und zu beantworten, mir Faxe anzeigen zu lassen usw.
Das alles sind jedoch ehrlich gesagt Krücken, die nur das tatsächliche Manko der eingeschränkten mobilen Bedienbarkeit moderner Smartphones mäßig kaschieren können. Wenn ich mir den tatsächlichen Workflow auf einem Smartphone - oder sogar iPad - anschaue und diesen mit einem leistungsfähigen Desktop-Rechner mit mehreren Displays vergleiche, muss ich leider sagen, daß die Produktivität eines Desktop-Rechners - jedenfalls für textbasierte Arbeiten - um ein Vielfaches dem eines kleinen mobilen Gerätes überlegen ist. Da können die "mobile first"-Apologeten von Apple und anderen Firmen dutzende Male das Mantra des "Tablet is all the computer you ever need!" singen - für den Privatgebrauch mag das stimmen, für eine ernsthafte berufliche Nutzung ist dies leider keine Option.
Wenn ich alle Dateien, die ich durchschnittlich an einem Tag an meinem normalen Arbeitsplatz bearbeite, auf einem mobilen Gerät bearbeiten würde, bräuchte ich ungefähr die zweieinhalb-fache Zeit dafür. Und das liegt sicher nicht nur an der Rechenleistung der Geräte.

Beispiel ohne Wert: Mein Arbeitsplatz mit Touch- und Mausbedienung, drei Monitoren (der mittlere ist exklusiv als Anzeige für meine Netzwerk-Laufwerke) und der Möglichkeit, 5 Din A4-Seiten gleichzeitig in Originalgröße anzuzeigen...

Ich denke, jetzt sind die Interface-Designer bei Apple und anderswo gefragt: Der große Wurf steht noch aus! Mutig voran, zeigt der Industrie, was geht - Türe auf zum nächsten Jahrhundert! Das iPhone 11 braucht die Interface Revolution! Wie genau die aussehen wird, kann ich Euch leider nicht verraten. Ich persönlich könnte mir sehr gut ein Interface vorstellen, was ähnlich der "Google Glasses", nur in unauffälligerer Weise am Kopf befestigt wird, vielleicht Augenbewegungen registriert und dazu noch mit Spracheingaben gut, zuverlässig und intelligent umgehen kann. Es wird Zeit!

Mittwoch, 19. Juli 2017

#itcanwait


Normalerweise reblogge ich keine youtube-Videos oder setze mich hier mit Dingen auseinander, die nur peripher mit dem Gebiet "mobile Technik" zu tun haben. Bei diesem Video mache ich allerdings eine Ausnahme. Ein kürzlicher USA-Aufenthalt sowie zahlreiche Beobachtungen auf unseren eigenen Straßen haben mir in letzter Zeit gezeigt, daß bei vielen Menschen ein Bewußtsein für ihre eigene Leistungsfähigkeit und Risikoeinschätzung völlig fehlt. Leider.
Ich würde gerne mal eine Statistik sehen, wie viele Verkehrsunfälle weltweit direkt oder indirekt sich auf die unangepaßte Nutzung von "whatsapp" zurückführen lassen.

...you can't even text and walk, so why do you text and drive?

/Moralvortrag Ende



Qualcomm bläst zum Angriff!

Nachdem seit einiger Zeit ein Streit zwischen Apple und seinem Technologiezulieferer Qualcomm schwelt (zuletzt hatte Apple Qualcomm unlauterer Geschäftspraktiken bezichtigt), bläst man dort nun zum Frontalangriff: Mittels zweier Patentklagen will man die Einfuhr des Verkaufsschlagers "iPhone" in den wichtigen Markt Deutschland unterbinden. Qualcomm liefern nicht nur das zur Kommunikation essentielle Funkmodem an Apple, sondern laut eigener Darstellung auch verschiedene weitere Bauteile, die nicht unter der FRAND-Ägide des Patentrechts stehen. Ob das wirklich so ist, dürfte nun Teil der gerichtlichen Auseinandersetzung sein.

Quelle: Heise-News

Samstag, 28. Januar 2017

Samsung Galaxy S8 geleakt...

Ein Riesen-Theater wird bei den Smartphone-Giganten ja bekanntlich um die Geheimhaltung von Gerätedetails gemacht, bevor die offizielle Präsentation des Gerätes über die Bühne gegangen ist.
Gerade die Fa. Apple hat sich hier in der Vergangenheit durch skurile Praktiken und teilweise kreative Vertragsgestaltungen mit Zulieferern hervorgetan. Samsung hatte sich dieses Jahr - nach dem S7 - Note - Debakel im letzten Jahr - ebenfalls sehr gründlich vorbereitet.
Trotzdem sind - wie der Stern nun berichtet - fast alle technischen Details und sogar angepeilte Verkaufspreise beinahe zwei Monate vor der offiziellen Präsentation aus unbekannter Quelle bereits bekannt geworden.
Im Gegensatz zum Konkurrenten "IPhone 7" soll der Klinkenanschluß für Kopfhörer bleiben, die Bildschirmdiagonale im Top-Modell dafür auf riesige 6,2 Zoll aufgebohrt werden. Ob Samsung hier dem Trend zu digitalen Sprachassistenten mißtraut oder den riesigen Bildschirm für andere Bedienkonzepte nutzen will - oder, ob wieder einmal "größer einfach besser ist", werden wir am 28. März erfahren.

Quelle:
Nachrichten auf Stern.de